Zehn Jahre lang habe ich für den KTM-Konzern Filme gedreht, als Teil der Agentur KISKA Design in Salzburg. Dieser Text ist kein Abschied, sondern eine Bestandsaufnahme: Was ich gemacht habe, was ich dabei gelernt habe und was ich heute daraus mache.
Was ich gemacht habe
Ich habe bei KISKA als Moving Images Specialist angefangen und war zuletzt DOP und Teamlead des Filmdepartments. In dieser Zeit habe ich sehr viele Videos auf der ganzen Welt gedreht: von Motocross-Action in der Wüste Kaliforniens bis zur Rennstrecke Yas Marina in Abu Dhabi. Je nach Projekt war ich Regisseur, DOP und Editor, oft alles in einer Person.
Was ich dabei gelernt habe
Der Dreh selbst war selten das Schwierige. Schwierig, und am Ende wichtiger, war alles davor und danach: Wofür steht die Marke, wo läuft der Film, wie hängt er mit allem anderen zusammen. In unzähligen Abstimmungen mit Marketingabteilungen ging es nie nur um Bilder, sondern um die Welt drumherum. Das hat mir immer Spaß gemacht. Ich hatte nur nie einen Namen dafür.
Was dann kam
2025 ging diese Phase zu Ende. Ich hatte zehn Jahre lang Filme gebaut und dabei gemerkt, dass die wichtigen Entscheidungen meistens vor und nach dem Dreh fallen: Welche Geschichte erzählen wir, auf welcher Plattform läuft sie, in welchem Format und mit welchem Team? Um diese Ebene sauber zu verstehen, habe ich neun Monate lang eine Weiterbildung in Online-Marketing und KI gemacht: Kanäle, Zielgruppen, Messung, Automatisierung.
Was ich heute mache
Seit 2026 arbeite ich frei von Karlsruhe aus, oft zusammen mit meinem Bruder Keanu. Ich arbeite als Content Director. Das heißt: Ich plane Inhalte nicht von der Kamera aus, sondern vom Ziel her.
Am Anfang stehen drei Fragen. Welches Medium passt zum Ziel: Film, Foto, Text, Kurzvideo, Seite? Welche Plattform: Ein Film für die Website braucht andere Entscheidungen als ein Reel, ein Meta-Ad oder ein Clip für LinkedIn, bei Länge, Format, Untertiteln und Einstieg. Und welches Team: Was drehe ich selbst, wo braucht es Keanu, wo zusätzlich Sound, Grading oder Motion? Das Team stelle ich pro Projekt zusammen und nicht umgekehrt.
Nach der Veröffentlichung schaue ich auf die Zahlen und ändere, was nicht funktioniert. Diese Website ist mein eigenes Beispiel dafür: Struktur, Texte, Suchmaschine und Messung habe ich selbst aufgesetzt.
Was das für dich heißt
Wenn du einen Film brauchst, bekommst du einen Film. Wenn du ein Thema hast, das auf mehreren Plattformen laufen soll, kläre ich zuerst, was wo gebraucht wird, und plane Produktion und Team danach. Das gilt für einen einzelnen Dreh genauso wie für Inhalte über ein ganzes Jahr.
Bilder bleiben für mich Handwerk, das ändert sich nicht. Neu ist nur, dass ich vorher mitentscheide, wofür sie gebraucht werden.
Schreib mir, wenn du magst.